Du öffnest den Browser und siehst: ChatGPT, Gemini, Claude, Copilot. Dazu noch fobizz, schulKI und mindestens zwei weitere Plattformen, die letzte Woche jemand im Lehrerzimmer empfohlen hat. Beim KI-Tool Vergleich für Schule und Kita verliert man schnell den Überblick, und am Ende nimmt man einfach das, was man zuerst gehört hat. Dieser Artikel hilft dir, das passende Tool für deine konkrete Situation zu finden.
Warum die Wahl des richtigen Tools zählt
Die meisten KI-Chatbots wurden nicht für Schulen gebaut. Trotzdem nutzen sie viele Lehrkräfte täglich. Das Problem ist nicht das Angebot, es ist der Datenschutz. Sobald personenbezogene Daten von Schülern oder Eltern ins Spiel kommen, greift die DSGVO. Für die eigene Unterrichtsvorbereitung ohne Schülerdaten sieht das anders aus. Diese eine Unterscheidung macht fast jeden Tool-Vergleich einfacher.
Die großen KI-Chatbots: Was sie können und wo sie stehen
ChatGPT ist der bekannteste Allrounder. Unterrichtsentwürfe, Lückentexte, Elternbriefe, differenzierte Aufgaben für verschiedene Niveaus. Das Tool deckt fast alles ab. In der kostenlosen Version werden Eingaben für das Modelltraining genutzt, Server stehen außerhalb der EU. Für die eigene Vorbereitung ohne Schülerdaten lässt sich damit pragmatisch arbeiten. Wer Schülerdaten einbringen will, kommt um einen kostenpflichtigen Team- oder Enterprise-Plan mit AVV und EU-Datenspeicherung nicht herum.
Claude von Anthropic ist bei langen Texten, Förderplan-Entwürfen und differenzierter Elternkommunikation stark. Wer viel schreibt und präzise Formulierungen braucht, wird hier schnell fündig. Für die DSGVO-konforme Nutzung mit Schülerdaten gilt: kostenpflichtige Pläne mit AVV, genauso wie bei ChatGPT.
Google Gemini macht am meisten Sinn, wenn die Schule bereits mit Google Workspace arbeitet. Die direkte Integration in Docs, Classroom und Gmail spart Kontextwechsel. Die kostenlose Version ist für Schuldaten nicht geeignet. Über Google Workspace for Education mit Enterprise-Vertrag und schulträgerseitiger Freigabe ist Gemini vertretbar.
Microsoft Copilot ist die naheliegende Wahl für Schulen, die auf Microsoft 365 setzen. Elternbrief direkt in Outlook, Unterrichtsmaterial direkt in Word. In einer korrekt konfigurierten M365-Education-Umgebung mit AVV gilt Copilot als DSGVO-konform. Voraussetzung: Der Schulträger stellt Lizenz und Konfiguration bereit.
Le Chat von Mistral AI ist die am meisten unterschätzte Option in dieser Liste. Das Unternehmen sitzt in Frankreich, Server stehen in Europa, EU-Datenschutzrecht gilt by default. Wer keine bildungsspezifische Plattform nutzen will, aber Datenschutz ernst nimmt, sollte Le Chat kennen.
Große KI-Chatbots im Schulkontext
| Tool | Stärke | Datenschutz kostenlos | Datenschutz kostenpflichtig |
|---|---|---|---|
| ChatGPT | Vielseitigkeit | Nicht DSGVO-konform | Team/Enterprise mit EU-Server |
| Claude | Lange Texte, Präzision | Opt-out möglich | Business/API mit AVV |
| Gemini | Google-Ökosystem | Nicht geeignet | Nur mit Workspace Enterprise |
| Copilot | M365-Integration | Eingeschränkt | In M365 Education konfigurierbar |
| Le Chat | EU-Datenschutz | Europäischer Anbieter | Europäischer Anbieter |
Schulspezifische Plattformen: Von Anfang an für Bildung gebaut
Wer nicht erst klären will, ob ein AVV vorliegt, ist hier besser aufgehoben. Diese Plattformen nutzen im Hintergrund oft dieselben Sprachmodelle, anonymisieren aber alle Anfragen über Proxy-Server und haben den deutschen Bildungskontext von Beginn an mitgedacht.
schulKI ist der schnellste Einstieg. Kein Account, kein Login, kostenlos. Für Schulen, die ohne IT-Prozesse loslegen wollen, ist das oft die erste Wahl.
fobizz bietet das breiteste Paket: KI-Assistent, Arbeitsblatt-Generator, Podcast-Tool, KI-Klassenraum und Fortbildungsangebote in einem. Mit AVV, ohne Training mit Nutzerdaten. Für Lehrkräfte, die langfristig professionell arbeiten wollen statt einzelne Tools auszuprobieren, ist fobizz die solidere Wahl.
paddy funktioniert anders. Wer eigene Unterlagen hochlädt, bekommt kontextsensitive Hilfe auf Basis des eigenen Materialschatzes. Das ist kein Textgenerator, sondern eher ein Assistent, der tatsächlich weiß, womit du arbeitest.
FelloFish ist spezialisiert auf Schreibfeedback. Schüler reichen Texte ein und erhalten individuelles Feedback nach Kriterien, die die Lehrkraft vorher festlegt. AVV vorhanden, kein Training mit Nutzerdaten.
KI-Tools für Lehrkräfte im Vergleich: Welches passt wann?
Welches Tool passt wann?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Schnell starten, kein Technikwissen | schulKI |
| Komplettpaket aus Tools und Fortbildung | fobizz |
| Eigene Materialien einbinden | paddy |
| Schreibkompetenz von Schülern fördern | FelloFish |
| Unterrichtsvorbereitung ohne Schülerdaten | ChatGPT oder Claude |
| Schule mit Microsoft 365 | Copilot in M365 Education |
| EU-Datenschutz ohne Schulplattform | Le Chat von Mistral |
Datenschutz: Die eine Frage, die immer zählt
Bevor du ein Tool im Unterricht oder mit Schülerdaten nutzt, lohnt sich eine einzige Frage: Hat mein Schulträger dieses Tool freigegeben, oder gibt es einen gültigen AVV? Wenn ja, kannst du loslegen. Wenn nicht, bleibt das Tool vorerst für deine eigene Vorbereitung, also für Texte ohne personenbezogene Daten.
Das klingt bürokratisch. Es schützt aber vor Situationen, die hinterher niemand erklären will.
Wie geht es weiter?
In unserem Tool-Verzeichnis findest du eine Übersicht getesteter KI-Tools speziell für pädagogische Fachkräfte. Wenn du verstehen willst, wie KI konkret in deinen Alltag passt, ohne Risiken einzugehen, ist unsere kostenlose Fortbildung der nächste Schritt.




