Ein Drittel der Lehrkräfte in Deutschland nutzt bereits KI-Tools im Berufsalltag. Gleichzeitig fühlen sich 62 Prozent unsicher, wie sie KI sinnvoll und rechtssicher einsetzen sollen (IW-Studie 2024). Diese Lücke zwischen Neugier und Kompetenz ist kein individuelles Problem – sie zeigt, dass praxisnahe Orientierung fehlt. Genau die bekommst du hier: konkrete Beispiele, erprobte Prompts und einen klaren Fahrplan, wie KI deinen Schulalltag spürbar entlastet. Einen allgemeineren Überblick über KI in der gesamten Bildungslandschaft gibt dir unser Wegweiser für den digitalen Bildungsalltag.

Was KI im Schulalltag konkret verändert

[@portabletext/react] Unknown block type "span", specify a component for it in the `components.types` propDifferenzierung ist das Paradebeispiel: Ein Arbeitsblatt zum Thema Fotosynthese für drei Niveaustufen zu erstellen, dauert von Hand schnell 30 Minuten oder mehr. Mit einem gut formulierten Prompt erledigt ein KI-Tool wie ChatGPT oder der Lernstufen-Generator das in unter drei Minuten – inklusive vereinfachter Sprache, zusätzlicher Hilfestellungen und Erweiterungsaufgaben für leistungsstarke Schüler.

Die KMK hat in ihrer Handlungsempfehlung vom Oktober 2024 deutlich gemacht: KI-Kompetenz gehört zur Lehrkräftebildung, und Schulen sollen KI-Tools aktiv erproben. Der Fokus liegt dabei nicht auf Technikbegeisterung, sondern auf pädagogisch reflektiertem Einsatz. Das bedeutet: Du brauchst kein Informatikstudium – du brauchst gute Prompts und ein Grundverständnis dafür, was KI kann und was nicht.

Ein konkretes Beispiel für einen Prompt, der sofort einsetzbare Ergebnisse liefert:

Prompt
Du bist eine erfahrene Grundschullehrerin. Erstelle ein Arbeitsblatt zum Thema „Wasserkreislauf" für eine 4. Klasse. Das Blatt soll drei Abschnitte haben: einen Lückentext (8 Lücken), eine Zuordnungsaufgabe mit Bildbeschreibungen und drei offene Fragen zum Nachdenken. Formuliere alles in einfacher, kindgerechter Sprache.

Weitere erprobte Prompts für die Unterrichtsvorbereitung findest du in der Prompt-Bibliothek. Wie du Schritt für Schritt eigene Prompts entwickelst, die genau zu deinem Unterricht passen, erklärt unser Praxis-Guide zur Prompt-Entwicklung.

Drei Rollen von KI im Unterricht

Die KMK unterscheidet drei Perspektiven, die sich im Schulalltag ergänzen. Je nachdem, welche Rolle KI einnimmt, verändern sich Didaktik, Verantwortung und Lernziel.

Lehren mit KI: Du nutzt KI als Werkzeug

In dieser Rolle unterstützt KI dich bei der Vorbereitung und Durchführung von Unterricht. Du bleibst die fachliche und pädagogische Instanz – die KI liefert Rohmaterial, das du anpasst. Typische Anwendungen sind differenzierte Arbeitsblätter, Klausurvorschläge, Elternbriefe und Stoffverteilungspläne.

Ein Prompt für eine Klassenarbeit könnte so aussehen:

Weitere kopierfertige Vorlagen findest du in unserer Prompt-Sammlung.

Lernen über KI: Schüler verstehen, was KI ist

Hier steht Medienkompetenz im Mittelpunkt. Schüler sollen nicht nur KI nutzen, sondern verstehen, wie sie funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und welche ethischen Fragen sie aufwirft. Konkret heißt das: Wie erkennt man KI-generierte Texte? Warum „halluziniert" eine KI? Wem gehören KI-generierte Inhalte?

Eine bewährte Übung: Lass Schüler denselben Prompt dreimal eingeben und die Ergebnisse vergleichen. So erleben sie, dass KI keine feste Wahrheit liefert, sondern statistische Wahrscheinlichkeiten. Das ist angewandte Medienkompetenz, nicht abstraktes Technikwissen.

Lernen mit KI: Schüler nutzen KI als Lernwerkzeug

In dieser Rolle setzen Schüler KI gezielt ein, um besser zu lernen – etwa als Übungspartner für Vokabeln, als Erklärhilfe bei Matheaufgaben oder als Feedbackgeber für eigene Texte. Entscheidend ist, dass die KI den Denkprozess unterstützt, nicht ersetzt.

Ein Beispiel: Ein Schüler schreibt einen Aufsatz und bittet die KI um Feedback mit dem Prompt: „Lies meinen Text und gib mir drei konkrete Verbesserungsvorschläge für Argumentation und Sprachstil. Schreib den Text nicht um." So bleibt die geistige Eigenleistung beim Schüler, während die KI als Coach fungiert.

Der rechtliche Rahmen: DSGVO und EU AI Act

Zwei Regelwerke bestimmen, was du mit KI in der Schule darfst: die DSGVO und der EU AI Act. Dazu kommen länderspezifische Vorgaben, die sich teils deutlich unterscheiden. Die gute Nachricht: Wenn du ein paar Grundregeln beachtest, bist du auf der sicheren Seite.

DSGVO: Drei Kurzregeln für den Schulalltag

  1. Keine personenbezogenen Daten eingeben. Weder Schülernamen, noch Noten, Diagnosen oder Adressen gehören in einen KI-Prompt.
  2. Auftragsverarbeitung klären. Wenn ein Tool Daten verarbeitet, braucht die Schule einen AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) mit dem Anbieter.
  3. Einwilligung einholen. Wenn Schüler KI-Tools nutzen sollen, müssen (bei Minderjährigen) die Erziehungsberechtigten zustimmen.

EU AI Act: Was seit Februar 2025 gilt

Artikel 4 des EU AI Act verpflichtet alle, die KI beruflich einsetzen, zur sogenannten KI-Kompetenz. Für Schulen bedeutet das: Lehrkräfte müssen ein Grundverständnis davon haben, wie KI-Systeme funktionieren, welche Risiken sie bergen und wie man sie verantwortungsvoll einsetzt. Diese Pflicht gilt bereits jetzt.

Außerdem stuft der EU AI Act bestimmte Anwendungen als verboten ein: Emotionserkennung in Bildungseinrichtungen ist untersagt, ebenso Social Scoring und unterschwellige Manipulation. Das betrifft zum Beispiel Software, die anhand von Mimik oder Stimme den Gemütszustand von Schülern analysieren will.

Was genau erlaubt ist, welche Tools die DSGVO erfüllen und wie du eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführst, erfährst du in unserem Datenschutz-Leitfaden für Lehrkräfte.

Von der Theorie in die Praxis: So startest du

Viele Lehrkräfte scheitern nicht am Willen, sondern an der Frage: Womit fange ich an? Hier ist ein pragmatischer Vier-Schritte-Plan, der in jeder Schulform funktioniert.

Schritt 1: Eine einzige Aufgabe auswählen

Starte nicht mit einem Gesamtkonzept, sondern mit einer konkreten Aufgabe, die dich regelmäßig Zeit kostet. Das kann die Erstellung eines Arbeitsblatts sein, die Formulierung eines Elternbriefs oder die Planung einer Vertretungsstunde. Je kleiner der Einstieg, desto schneller das Erfolgserlebnis.

Schritt 2: Ein Tool wählen

Für den Anfang reicht ein einziges Tool. ChatGPT (kostenlose Version) eignet sich für Textaufgaben, der Lernstufen-Generator für differenzierte Arbeitsblätter. Im Tool-Verzeichnis findest du eine kuratierte Übersicht mit Datenschutz-Einschätzung.

Schritt 3: Prompt testen und verfeinern

Ein guter Prompt enthält vier Elemente: Rolle, Aufgabe, Kontext und Format. Probiere verschiedene Formulierungen aus und vergleiche die Ergebnisse. Fertige Prompt-Vorlagen zum sofortigen Einsatz findest du in unserer Prompt-Bibliothek.

Schritt 4: Im Team teilen

KI-Einsatz funktioniert am besten, wenn er nicht im Einzelkämpfer-Modus bleibt. Teile deine Erfahrungen in der Fachschaft, zeige gelungene Ergebnisse und besprich Stolpersteine. Wer das strukturiert angehen will, findet in unseren Fortbildungsangeboten fertige Workshop-Formate für Kollegien. Einen Leitfaden speziell für den KI-Einsatz in der Kita gibt es ebenfalls.

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Fazit

KI im Schulalltag ist keine Frage des Ob, sondern des Wie. Wer mit einer Aufgabe startet, klare Datenschutzregeln beachtet und das Team einbezieht, ist auf dem richtigen Weg. Der beste Einstieg ist ein einzelner, konkreter Prompt. Wähle eine Aufgabe, teste ein Tool, und baue von dort aus weiter.