Es ist 21 Uhr, morgen steht die Doppelstunde Biologie in der 7b an – und du hast noch kein Arbeitsblatt. Kommt dir bekannt vor? Laut einer forsa-Umfrage von 2024 investieren Lehrkräfte im Schnitt 8,4 Stunden pro Woche in die Unterrichtsvorbereitung. Ein großer Teil davon fließt in Routineaufgaben: Aufgaben formulieren, differenzieren, Elternbriefe schreiben. Genau hier setzt KI an.
In diesem Artikel bekommst du sechs erprobte KI-Prompts für die Unterrichtsvorbereitung, die du direkt kopieren und an deinen Unterricht anpassen kannst. Kein Vorwissen nötig, kein langes Einlesen – einfach öffnen, einfügen, fertig. Alle Prompts funktionieren mit ChatGPT, Microsoft Copilot und anderen KI-Tools.
Warum der Prompt den Unterschied macht
Die meisten Lehrkräfte, die KI zum ersten Mal ausprobieren, tippen etwas wie „Erstelle ein Arbeitsblatt zum Thema Fotosynthese“ – und sind enttäuscht vom Ergebnis. Das Problem ist nicht die KI, sondern der Prompt. Ein guter Prompt ist wie eine gute Arbeitsanweisung an eine Vertretungskraft: Je präziser du erklärst, was du brauchst, desto besser wird das Ergebnis.
Hier der direkte Vergleich:
Ergebnis: Ein generisches Blatt ohne Bezug zum Lehrplan, ohne passenden Schwierigkeitsgrad, ohne Differenzierung. Du kannst es nicht verwenden, ohne es komplett zu überarbeiten.
Jetzt der gleiche Auftrag mit einem strukturierten Prompt:
Ergebnis: Ein direkt einsetzbares Arbeitsblatt mit drei Schwierigkeitsstufen, passend zum Lehrplan, mit Lösungsschlüssel. Du musst nur noch draufschauen und minimal anpassen.
Der Unterschied? Der zweite Prompt enthält die fünf Elemente, die jeden Prompt besser machen:
- Rolle – Wer soll die KI sein? (z. B. erfahrene Biologielehrerin)
- Kontext – Für wen und in welcher Situation? (7. Klasse Gymnasium)
- Aufgabe – Was genau soll erstellt werden? (Arbeitsblatt mit drei Abschnitten)
- Format – Wie soll das Ergebnis aussehen? (Lückentext, Zuordnung, Transfer)
- Einschränkungen – Was sind die Rahmenbedingungen? (B1-Niveau, Lösungsteil)
Wenn du diese fünf Elemente verinnerlichst, wirst du mit jeder KI bessere Ergebnisse bekommen. Mehr zum Thema findest du im Prompting-Leitfaden.
Sechs Prompts für deinen Schulalltag
Die folgenden Prompts sind so formuliert, dass du sie direkt kopieren und nur die fett markierten Stellen an deinen Unterricht anpassen musst. Jeder Prompt wurde in der Praxis getestet und liefert zuverlässig brauchbare Ergebnisse.
Unterrichtsstunde planen
Du willst eine komplette Unterrichtsstunde planen, weißt aber noch nicht genau, wo du anfangen sollst? Dieser Prompt dreht den Spieß um: Statt dir sofort einen fertigen Plan zu liefern, stellt die KI dir zuerst die richtigen Fragen. So entsteht ein Ergebnis, das wirklich zu deiner Klasse passt.
Tipp: Dieser „Frag-mich-zuerst“-Ansatz funktioniert besonders gut, weil die KI so den Kontext deiner konkreten Situation versteht. In unserer Prompt-Sammlung findest du weitere Varianten für Einzel- und Doppelstunden, Vertretungsunterricht und Projektwochen.
Aufgaben differenzieren
In einer durchschnittlichen Klasse sitzen Schüler mit völlig unterschiedlichem Leistungsniveau. Differenzierung ist pädagogisch geboten, aber im Alltag extrem zeitaufwändig. Dieser Prompt erstellt dir in einem Durchgang drei Niveaustufen:
Tipp: Wenn du regelmäßig differenzieren musst, spar dir das manuelle Anpassen. Unser Lernstufen-Tool generiert automatisch drei Niveaustufen für jeden Text – mit einem Klick.
Arbeitsblatt erstellen
Du brauchst schnell ein Arbeitsblatt zu einem bestimmten Thema? Dieser Prompt liefert dir ein komplettes, druckfertiges Blatt mit verschiedenen Aufgabentypen:
Tipp: Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern durch deine konkreten Angaben. Je spezifischer du bist, desto weniger musst du nachher ändern.
Elternbrief schreiben
Elternbriefe sind eine Wissenschaft für sich: freundlich, aber informativ, formal genug, aber nicht bürokratisch. Dieser Prompt trifft den richtigen Ton:
Zeugnisbemerkung formulieren
Zeugnis-Saison bedeutet für viele Lehrkräfte: dutzende individuelle Bemerkungen formulieren, jede einzeln abwägen. Dieser Prompt nimmt dir die Formulierungsarbeit ab, während die pädagogische Einschätzung bei dir bleibt:
Wichtig: Gib keine echten Schülernamen ein. Formuliere die Stichpunkte so, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Kinder möglich sind. Du kannst die Stichpunkte auch anonymisieren, indem du „Das Kind“ oder „Der Schüler“ schreibst.
Texte vereinfachen für DaZ-Schüler
Du hast Schüler mit Deutsch als Zweitsprache in deiner Klasse? Statt für jedes Material eine vereinfachte Version von Hand zu erstellen, kannst du diesen Prompt nutzen:
Tipp: Dieser Prompt lässt sich auf jedes Fach anwenden – von Geschichtstexten bis zu Mathe-Textaufgaben.
So verfeinerst du jedes Ergebnis
Der erste Output einer KI ist selten perfekt – und das ist völlig in Ordnung. Die eigentliche Stärke liegt im iterativen Prompten: Du gibst Rückmeldung und die KI verbessert das Ergebnis Schritt für Schritt. Das funktioniert ähnlich wie gutes Prompting – nur im Dialog.
Hier vier Follow-up-Prompts, die fast immer funktionieren:
- „Mach die Sprache einfacher, Zielniveau ist A2.“
- „Füge nach jeder Aufgabe eine Zeile für die Schülerantwort ein.“
- „Erstelle eine zweite Version für leistungsstärkere Schüler mit zusätzlicher Transferaufgabe.“
- „Formatiere das Ganze als Tabelle mit zwei Spalten: Aufgabe links, Lösung rechts.“
Du musst nicht beim ersten Versuch alles richtig machen. Prompten ist ein Gespräch, kein Einzeiler. Je mehr du der KI mitteilst, was dir nicht gefällt oder was fehlt, desto besser wird das Ergebnis.
Datenschutz beim Prompten
Bevor du KI-Tools im Schulkontext nutzt, gibt es eine zentrale Regel, die du verinnerlichen solltest: Keine personenbezogenen Daten in den Prompt. Das bedeutet konkret: keine echten Namen, keine Diagnosen, keine Förderbedarfe, keine Informationen, die Rückschlüsse auf einzelne Schüler zulassen. Die DSGVO gilt auch für KI-generierte Inhalte.
In der Praxis ist das einfacher als gedacht:
- Verwende Platzhalter: „Schüler A zeigt folgendes Verhalten…“
- Nutze Altersgruppen statt Klassenlisten: „7. Klasse, 28 Schüler, heterogen“
- Beschreibe Leistungsniveaus ohne Namen: „Drei Schüler auf Förderniveau, fünf auf erweitertem Niveau“
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Praxisnah, verständlich und sofort umsetzbar.
Zur Prompt-SammlungFazit
Nimm dir heute einen Prompt aus diesem Artikel, passe ihn an deine Klasse an und probiere ihn aus. Der beste Prompt ist der, den du tatsächlich benutzt. Wie KI deinen gesamten Schulalltag spürbar entlasten kann, zeigt unser Praxis-Guide für den Schulalltag.




